Über den Künstler
Jean-Jacques Chabrélie ist der Urheber dieser mythologischen Darstellung von 1840. Über das Leben des Künstlers ist wenig überliefert, doch sein Werk spiegelt die intensive Neugier des neunzehnten Jahrhunderts an indischer Religion und epischer Literatur wider. Westliche Künstler und Verleger jener Zeit bemühten sich, diese Erzählungen durch sorgfältige Illustrationen und gelehrte Publikationen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Solche Drucke erfüllten sowohl einen dokumentarischen als auch einen ästhetischen Zweck: Sie vermittelten Wissen über fremde Kulturen und dienten zugleich als dekorative Sammelobjekte innerhalb wachsender Sammlungen weltweiter Kunst und Mythologie.
Das Kunstwerk
Matsyavatara, die Fischinkarnation Vishnus, spielt eine zentrale Rolle in einem der grundlegenden Flutmythen des Hinduismus. Der Legende zufolge erscheint Vishnu in Form eines großen Fisches, um Manu vor einer drohenden Sintflut zu warnen, ihn zu retten und heilige Weisheit für die Wiedergeburt der Welt zu bewahren. Diese Erzählung thematisiert Schutz, Erneuerung und göttliches Eingreifen—Motive, die bei zeitgenössischen Betrachtern des 19. Jahrhunderts auf großes Interesse stießen.
Der Druck funktioniert damit auf zwei Ebenen: als visuelle Nacherzählung einer verehrten Geschichte und als Symbol für die kulturelle Auseinandersetzung jener Epoche mit indischen spirituellen Traditionen.
Stil und Merkmale
Das Werk ist vertikal komponiert und zeigt Matsyavatara in einer frontalen, ikonischen Haltung, die Ehrfurcht und Ruhe betont. Hintergrund und Wasser verschmelzen zu leuchtenden Blautönen, die eine friedliche Atmosphäre schaffen. Akzente in hellem Gelb und zartem Rosa heben die Figur und Details hervor, während klare weiße Konturen die Formen scharf abgrenzen.
Feine, gleichmäßige Linienführung und flächige Farbaufträge deuten auf eine drucktechnische Fertigung hin, die sowohl Klarheit als auch dekorativen Reiz anstrebt. Die Gesamtwirkung ist kontemplativ und gelassen. Für ähnliche Ästhetiken siehe orientalische Wandkunst und blautonierte Drucke.
In der Raumgestaltung
Dieser Vintage-Druck verleiht Wohnzimmern, Meditationsbereichen oder Leseecken eine ruhige, mythische Erzählerstimme. Durch die symmetrische Komposition und die strahlenden Farbtöne wird er zum subtilen Blickfang, besonders in Kombination mit warmen Hölzern, Messing oder roséfarbenen Akzenten.
Er ergänzt eklektische, bohemehafte und opulentere Einrichtungsstile und harmoniert mit esoterischen Kunstdrucken für Liebhaber symbolischer und sakraler Bildtraditionen.